Bisherige Wechselausstellungen

Die zehnte Wechselausstellung zeigte Fotografien von Ulf Ahrendt aus Magdeburg zum Thema "Fahrradständer" und und keramische Objekte in der Rakutechnik von Judith Püschel aus Berlin bis zum 13.08.2017.

 

Im November 2016 kam es zum Magdeburger Aktskandal! Vor Jahren hatten zwei Magdeburger Künstler- Paul Ghandi und Martin Müller mit der Flurgalerie Eisenbart im Haus der Heilberufe eine Ausstellung verabredet, die ihnen dann ganz kurzfristig abgesagt wurde, "Akte seien einigen Besuchern nicht zumutbar!"- die Volksstimme berichtete am 8.11.16 sehr ausführlich. Ich war sehr schockiert und in einer Hals über Kopf Aktion wurde eine Ausstellung der verfemten Werke in meiner Galerie organisiert, die ein überwältigendes Echo fand und bis zum 8.1.17 zu sehen war.

 

Die neunte Wechselausstellung zeigte zum Thema „Stadtfeld zur Gründerzeit 2“ Ansichtskarten von Dr. Schmietendorf als Aktivität der IG Altes Mageburg e.V. über den Verlauf der Diesdorfer Straße und Keramiken von Marlis Radebold aus Berlin bis zum 14.08.2016.

 

Die achte Wechselausstellung zeigte zum Thema „100 Jahre Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“ Werke von 22 Lehrern und Schülern.

 

Die siebte Wechselausstellung zeigt Ansichtskarten aus der Sammlung Dr. Schmietendorf als Aktivität der IG Altes Magdeburg e.V. "Stadtfeld zur Gründerzeit/ Olvenstedter Straße" und Keramik von Sigrid Hilpert- Artes aus Dresden.

Der Notarzt Dr. Heiko Schmietendorf war mal selbst in Nöten. Der fanatische Ansichtskartensammler stand mit einer alten Ansicht der Rückfront des Gebäudes Emilienstr. 12 vor meinem Gartenzaun und konnte sich nicht vorstellen, wo sich dieses imposante Gebäude befunden haben konnte. Da hatten sich die Richtigen gefunden! Ich habe „mein Schloss“ sofort erkannt, konnte helfen und Heiko Schmietendorf bedankte sich in der Zukunft mit drei weiteren Ansichten des Prachtbaus. Diese waren der Auslöser für meine Erkundungen um das Lippertsche Schloss und die Bildersammlung. Solche Menschen wie Heiko Schmietendorf braucht die Welt, dann wird alles schöner und bunter. Ich bin begeistert, jetzt Teile seiner Riesensammlung zeigen zu können. Einen passenderen Ausstellungsraum kann man sich nicht denken. Er ist aktiv in der IG Altes Magdeburg e.V. und wer irgendeine alte Ansicht von Stadtfeld oder Magdeburg hat, kann sie zur Verfügung stellen und kriegt sie dann wieder. Digitalisiert ruht sie und erwartet ihre Verwendung in einer Ausstellung, wie dieser!
 
Sigrid Hilpert- Artes kenne ich schön länger als ein halbes Leben. Ihre Fayencen sind ganz typisch und überzeugend, sie sind unverkennbar. Sigi ist eine der liebenswürdigsten Keramikerinnen und ich bin immer glücklich gewesen, wenn wir uns begegneten, in Dresden, Neuruppin oder Magdeburg. Ihre Malerei ist nahezu artistisch, Vielfalt und Ausdrucksstärke sind überwältigend, ihre Lösungen überraschend und immer originell. Vieles scheint einer längst vergangenen Zeit zu entstammen, als man noch akribisch und mit viel Fleiß die Dekore setzte. Eine weitere Stärke sind die kleinplastischen Anteile. Ich bin sehr froh dies hier mit den Karten der Gründerzeit verbinden zu können. Die Exponate sind durchweg Leihgaben privater Sammler und nicht verkäuflich.

Klaus Vogler

 

Die sechste Wechselausstellung „Es sind nicht nur die Kleinigkeiten.“ wurde am 19.04.2014 eröffnet.

Sie zeigte:
  • Malerei von Tabea Wollner, damals aus Berlin, jetzt schon in Magdeburg und Keramiken von Carola Damrow aus Bolz in Mecklenburg

 

Tabea Wollner kenne ich schon so lange, dass es unanständig ist, drüber zu schreiben. Meinen fast ersten Auftritt als Solosänger hatte ich mit ihr zusammen in Burg. Aber dann spielte doch der Zufall wieder eine Rolle, als ich vor wenigen Jahren in der Feuerwache eine Bilderausstellung von ihr entdeckte, die für meine Begriffe so entsetzlich duster hing, dass man diese sensiblen kleine Bilder gar nicht richtig wahrnehmen konnte. Ich war trotzdem total begeistert von der Ausstrahlung, die mit sparsamen Mitteln bei höchster Intensität erreicht  wird. Da ich gerade meine Galerie eröffnet hatte, die viel mehr Helligkeit bietet als manchmal nötig, stand fest, ich zerre das baldmöglichst ans Licht der Sonne, denn eingefleischter Fan von Tabea Wollner als Musikerin bin ich seit Jahrzehnten.

Bei Carola Damrow war es auch ein Zufall. Als ich mit der unvergleichlichen Heike Pöppelmann, die heute Museumsdirektorin in Braunschweig ist, und meiner liebreizenden Nachbarin Katrin Jordan vor Jahren über den herrlichen -  diesmal leider verregneten- Töpfermarkt in Leitzkau zog, wollte sich keine rechte Freude einstellen, bis wir in der dunkelsten, abgelegensten Ecke auf den Stand von Carola Damrow trafen. Meine Begeisterung war wie oft spontan und überschwänglich, ich hielt einen Fachvortrag über das Wichtige in der Keramik mit dem Ergebnis, dass nicht nur meine Begleiterinnen und ich kräftig kauften, sondern auch andere Besucher stehen bleiben und ein reges Verkaufsgeschäft begann. Nun ist sie in meiner Galerie und ich hoffe auch auf Begeisterung aller Besucher und Käufer.

 

Die fünfte Wechselausstellung „Gebautes“ wurde am 31.08.2013 eröffnet.

Sie zeigte:
  • Projekte der Steinblockarchitekten (Rau, Steinblock, Tietze, Tietze) aus Magdeburg
    und Keramiken von Ursula Zänker aus Karwe bei Neuruppin.

 

Steinblocks sind meine Nachbarn und seit ich weiß, dass sie die alte Universität in Erfurt aus dem Dornröschenschlaf holten, einem der imposantesten gotischen Profanbauten, der mich schon seit meiner Jugend fasziniert hat, und dafür auch noch den Thüringischen Landespreis für Architektur und Stadtgestaltung 2012 erhielten, war für mich klar, die muss ich ausstellen und in Stadtfeld und ganz Magdeburg bekannt machen.

Uschi Zänker kenne ich seit Jahrzehnten. Sie ist Absolventin der Burg Giebichenstein und Möhwaldschülerin und hat mit ihren meist gebauten Arbeiten, die sie mit Inkrustationen versieht, also quasi keramischen Intarsien, eine ganz eigene Sprache gefunden, die die Sprache des Tones ist, erdig und herbstlich. Sie hat diese arbeitsaufwendige Methode durch Genauigkeit und höchsten Anspruch zu einer künstlerisch überzeugenden Selbstverständlichkeit geführt, die schon zur Vernissage alle Besucher begeisterte, und mich ganz besonders, da ich jetzt diese Kostbarkeiten ein halbes Jahr um mich haben darf.

 

Die vierte Wechselausstellung wurde am 30.03.13 eröffnet.

Sie zeigte:
  • Keramik und Malerei von Georg Schwarzbach (*1951) aus München.

 

Georg Schwarzbach kommt als Keramiker von der Malerei, und dies ist eine völlig andere Herangehensweise, als sie sich bei den Keramikern findet, die ich bisher ausstellte. Er kombiniert einfache geometrische Formen teils mit plastischen Ergänzungen, immer aber mit einer aufwendigen farbenfrohen Malerei- gefüllt mit Bezügen zur Natur, unserem Leben, voll von humorvollen Anspielungen und unverhohlen erotischen Aspekten. Ist es bayrisch, ist es barock oder beides? Auf jeden Fall ist es Lebensfreude pur, und wer sich entschließt, ein Stück von ihm nach Hause zu tragen, hat diese Freude für den Rest seines Lebens mit bei sich wohnen.
Klaus Vogler

 

Die dritte Wechselausstellung wurde am 25.08.2012 eröffnet.

Sie zeigte:

  • Keramik von Ute Brade (*1942) aus Halle
  • Fotografie von Nikolaus Brade (*1974) aus Berlin

 

Mit der Ausstellung Keramik von Ute Brade geht für mich ein langgehegter Traum in Erfüllung. Seit vielen Jahren sammle ich nahezu hypnotisiert ihre Arbeiten und bin ihr freundschaftlich verbunden.
Sie ist für mich die Künstlerin, die seit Jahrzehnten am konsequentesten das Hallenser Motto „Lass den Ton sprechen!“ durchsetzt und damit eine so große Wahrhaftigkeit in ihren Arbeiten erreicht, dass Gertraud Möhwald sagte: Sie ist die beste von uns allen! Dies genau entdecke ich im täglichen Zusammenleben mit dreißig ihrer herrlichen Teller immer wieder, und ich finde mich häufig- selbst überrascht- vor irgendeinem der Teller in fort spinnenden Gedanken versunken und die einmalige Vielfalt von Nuancen genießend. Die Bekanntschaft mit Ute Brade und der Besitz ihrer Werke sind für mich ein Geschenk, das mir eine neue Welt öffnete, mich sensibilisierte und mich immer wieder beglückt. Dafür will ich ihr mit dieser Ausstellung danke sagen.   
 
Herzlichst Euer Klaus Vogler

 

Die zweite Sonderausstellung wurde am 27.08.2011 eröffnet.

Sie zeigte:

  • Gefäßkeramik von Gertraud Möhwald (1929- 2003), Halle
  • "Momente der Stille", Fotografie von Dr. Walter Nahrendorf (*1945), Magdeburg

 

 

Die erste Sonderausstellung der Galerie wurde am 06.02.2011 eröffnet.

Sie zeigte:

Hans Meyer wurde am 10.04.1925 in Dresden geboren, er absolvierte eine Kerammaler-Lehre in der dortigen Steingutfabrik Villeroy & Boch und bestand seine Gesellenprüfung in Meißen. Von 1944- 1945 war er Soldat. Danach war er in verschiedenen keramischen Betrieben tätig, so in einer Kamenzer Tonwarenfabrik, in der Manufaktur Piesche & Reif in Kamenz, danach schon freischaffend in der Töpferei Lehmann in Neukirch (Oberlausitz), bis er dann 1971 seine eigene Werkstatt in Bischofswerda gründete. Hier entstanden nun seine Gefäße und Kleinplastiken, die durch ihre eindrucksvollen Formen und die kräftigen Dekore in Schlickermalerei und auch Fayence so bekannt wurden, dass mit ihnen sogar Glückwunschkarten im VEB Oberlausitzer Ansichtskarten gedruckt wurden- eine zu DDR- Zeiten beispiellose Popularität.

Er war auch international auf Ausstellungen vertreten so in Prag und Faenza, aber immer wieder auch in Dresden, Berlin und Magdeburg.

Seine Arbeiten waren begehrt und nur sporadisch im Kunsthandel zu erwerben. Daher ich bin sehr stolz darauf, dass ich in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine so umfangreiche Kollektion zusammentragen konnte, dass diese jetzt mit einigen Leihgaben befreundeter Sammler einen guten Überblick über die letzte Schaffensperiode dieses sympathischen Künstlers ergibt, der leider schon am 31.10.1982 verstorben ist. Stets hat er mit Stolz auf seinen Sohn Hans- Peter Meyer geblickt, der ein Studium auf der Burg Giebichenstein absolvierte und von dem einige Arbeiten in der Galerie käuflich zu erwerben sein werden.

„Der springt herum wie ein Tabellenmann!“, mit diesem trockenen Satz erheiterte Ulf Ahrendt seine Eltern und den Bruder, die in einem Wismarer Fotostudio auf einem Sofa platziert den Regieanweisungen des Fotografen folgten, der endlich hinter seinem schwarzen Tuch verschwand und den Auslöser drückte. Welche Ansprüche dieser Mann an seine Arbeit hatte, begriff er erst viele Jahre später, nämlich als er die Hochzeitsgesellschaft eines Freundes auf den Film bannen wollte.

Ulf Ahrendt gehört zum Jahrgang 1959, stammt aus der Hansestadt Wismar und lebt seit 2003 in Magdeburg. Beruflich ist er als Projektingenieur für einen Spezialmaschinenbau tätig. Die Fotografie entdeckte er schon in seiner Jugend als Hobby. Die ersten selbst entwickelten S/W-Fotos entstanden etwa 1977 in dem zur Dunkelkammer umfunktionierten Kinderzimmer – das Vergrößerungsgerät hatte der Bruder vom Fotozirkel der Schule geliehen. Vom ersten selbst verdienten Geld wurde bald eine russische Spiegelreflexkamera Zenit-E angeschafft. Von da ab wurde nicht nur im Urlaub fotografiert.

Landschafts-, Architektur- und Makrofotografie sind die Lieblingsthemen. Mit seinem Makro „Leuchtende Erdbeere“, hat Ulf Ahrendt 1998 einen Amateurfotopreis errungen.

„Früher zeigten wir uns gegenseitig unsere Fotos im Fotoclub und sprachen darüber, heute bietet das Internet verschiedene Foren zur Präsentation und Bewertung. Aber leider ist dort die konstruktive Kritik eher unterbelichtet“, meint Ulf Ahrendt.

Um so mehr reizte es ihn, das Angebot von Klaus Vogler anzunehmen, über dessen Garten eine Fotoausstellung zu gestalten. Blumen, Pflanzen, Sträucher und Bäume bedürfen keiner Regieanweisung, hier ist es eine Frage der Perspektive und des Lichteinfalls, interessante Fotos zu gestalten. „Ich bin ein langsamer Fotograf“, fügt er hinzu: „Zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle Frau, die manchmal geduldig abwarten muss, bis ich den Tautropfen am Grashalm richtig eingefangen habe.“

Tabellenmänner waren übrigens für den Jungen damals die Männer, die an der Börse an riesigen Tafeln mit Kreide die Kursbewegungen notierten und dabei mit geradezu akrobatischen Bewegungen auf einer Galerie herum sprangen. Im Zeitalter der Digitalfotografie genügt dafür heute ein Mausklick.

Für technisch interessierte: Die Bilder der Ausstellung sind mit Digitalkameras aufgenommen worden (Fujifilm E900, Olympus SP-565UZ). Die teilweise Bearbeitung erfolgte mit Paint Shop Pro.